Freitag, 5. Mai 2017

Viva Las Vegas

Dieses Outfit hat eine etwas längere Entstehungsgeschichte hinter sich und zeigt schön, dass es gut ist, Ideen Zeit zu geben, um sich zu entwickeln.
Aber fangen wir von vorne an.
 Mitte 2016 steht fest: wir fliegen 2017 zum Viva Las Vegas Weekender in Las Vegas (aaaach)!
Dass hierfür Outfits genäht werden müssen, ist ja klar. Der Baumwollstoff mit den goldenen Hufeisen von Kanvas in meinem Shop scheint geradezu perfekt für das Event und so fängt es in meinem Kopf an zu arbeiten.
Ein Kleid soll es werden, am liebsten mit engem Rock.

Zunächst durchstörbere ich meine Schnittmuster und dabei fällt mir folgender Schnitt von Butterick in die Hände:




Das Unterteil ist perfekt für Vegas - am besten unterlegt mit goldenem Glitzerstoff - aber das Oberteil gefällt mir nicht so recht. Es folgt das Einholen von Ratschlägen in meiner Liebelingsfacebooknähgruppe "Nähen im Vintagestil" nach einem geeignetem Oberteil. Es kommen gute Vorschläge, aber auch gerechtfertigte Einwände. "Das Muster ist zu viel für ein ganzes Kleid", "Mach doch lieber Oberteil und Rock, das ziehst du öfter an"...
Ich nehme die Vorschläge an, aber beharre doch auf meiner Kleid-Idee.


Es vergehen Monate und so recht möchte mir das richtige Oberteil nicht unterkommen. Bis ich "Gertie's new book for better Sewing" durchblättere und auf das Schnittmuster "The Sultry Sheath" stoße.



Was für ein schöner Ausschnitt! Da ist es doch, MEIN Kleid!
Ich nähe einige Probemodelle und passe das Oberteil an. Während diesem Prozess arbeitet es doch in mir. Ist ein komplettes Kleid doch keine gute Idee? Wirkt das Muster überhaupt? Werde ich es wieder anziehen?


So entscheide ich mich kurz vor knapp dafür, dass es doch 2 Teile werden sollen. Das Oberteil aus goldenem Glitzerstoff mit Schößchen und dazu einen schlichten Bleistiftrock (ebenfalls aus Gerties Buch) und passender Gürtel.

Das Oberteil ist für mich recht anspruchsvoll. Ich habe noch nie mit so einem dünnen Stoff gearbeitet und auch noch nie ein Oberteil genäht, das komplett unterfüttert ist. Aber ich schlage mich ganz gut.





So sieht es von innen aus. Nicht perfekt, aber ich bin sehr zufrieden. Einiges musste ich per Hand nähen.





 Das ist die Rückansicht, die Naht am Schößchen ist noch nicht geschlossen. Der RV fängt erst in der Taille an und so ist das Schößchen hinten geteilt.



Noch ein paar Innenansichten vom Rock. Hier habe ich Ober- und Futterstoff einfach wie eine Lage behandelt.





Da ich ja ein großer Fan von schönen Details bin, habe ich den Knopf vom Rock mit einem Hufeiesen selbst bezogen. Die Gürtelschnalle hatte ich noch in meinem Fundus.




So sieht es an der Puppe aus:



Und so an mir:

 
 und eine kleine Überraschung hatte ich noch mit eingenäht *pieks*




Freitag, 2. Dezember 2016

Brosche "Hand und Herz"


Heute gibt es mal etwas andere Neuigkeiten: In meinen Shop Poppy Ray findet ihr ab sofort mein Bloglogo als schöne Broschen in 2 verschiedenen Farben :-)
Das Logo hatte seinerzeit mein Lieblingsgrafiker St.Anchor Graphics für mich entworfen. Ich war sofort verliebt und da die Sticker, die ich immer auf Märkte mitnehme, sich großer Beliebtheit erfreuen, dachte ich mir, dass ihr euch sicherlich auch über eine Brosche freut. Das perfekte Geschenk für die beste Näh-Freundin ♥

Montag, 3. Oktober 2016

Smooth Sailing


Die Smooth Sailing Hose  von Wearing History ist wirklich Smooth Sailing. Ich bin sonst ja ein großer Freund von Probemodellen, aber hier habe ich zugeschnitten und gleich losgelegt. Deshalb gibt es auch tatsächlich nicht sonderlich viel zu sagen. Die einzige Änderung, die ich vorgenommen habe, ist die versteckte Tasche in der Seitennaht. Herausgekommen ist eine schöne Hose, die zum Vintage Stil passt, aber sich auch perfekt in eine moderne Garderobe fügt. Ein zeitloser Klassiker eben. Diese Hose werde ich sicherlich noch häufiger nähen!







Sonntag, 25. September 2016

Cocktail Time!


Kennt ihr eigentlich Stoff'n?
Über diese tolle Seite könnt ihr eigene Designs auf Stoffe drucken lassen. Die Designs kann man freigeben und so können auch andere Stoffe mit euren Mustern bestellen. Von Baumwoll Batist, über Viskose, Jersey bis hin zu Badeanzugstoff hat man viele Möglichkeiten.
Außerdem gibt es jeden Monat einen Wettbewerb mit wechselndem Thema, bei dem man mit seinem Design mitmachen kann und einen Gutschein gewinnen kann.

Als vor ein paar Monaten das Thema "Cocktails" lautete, musste ich natürlich mitmachen. Ich habe ein klssisches 50s Atomic Cocktail Muster entworfen und bin sehr zufrieden damit. Ich habe sogar den 2. Platz belegt, was mich total freut!

Ich habe mein Muster auf Polsterstoff bestellt, um ein Kissen daraus zu nähen. So ein Kissen kommt natürlich nicht ohne Bommeln oder Fransen aus. Auf der Rückseite wird es mit selbst bezogenene Knöpfe geschlossen. Und so macht es sich mein neues Kissen passenderweise auf dem 50er Jahre Cocktailsessel gemütlich!

Meine Designs findet ihr übrigens hier.





 
 

Montag, 12. September 2016

Blubb...

...macht die Qualle.




Aus dem tollen Quallenstoff von Michael Miller habe ich einen schlichten Kräuselrock genäht. Da ich ja ein Fan von kleinen Details bin, habe ich am Bund noch eine weißen Bogenlitze angebracht. Ansonsten steht der schöne Stoff für sich.






Donnerstag, 25. August 2016

Liebe auf den zweiten Blick



Normalerweise sehe ich einen Stoff und weiß sofort, ob er mir gefällt oder nicht. Bei dem Giraffenborderprint von Michael Miller musste ich aber ehrlich gesagt 2 Mal hinschauen und wahrscheinlich haben dann die tollen Kombistoffe den Ausschlag gegeben, warum er dann doch auf meinem Nähtisch landet. 



Ein Sommerset soll es werden. Die Rockform ist schnell klar - ein Kräuselrock mit versteckter Seitentasche. 
Das Oberteil bedarf schon etwas mehr Überlegung. So recht kann ich mich nicht zwischen dem gestreiften und dem Zickzackstoff entscheiden, lande dann aber bei den Streifen.
Ich suche nach einem Schnitt für ein Oberteil, das mit diesen spielt, werde aber nicht recht fündig. Bei Butterick stoße ich auf einen schönen Kleidschnitt und bin sofort verliebt in das Schleifendetail auf Ansicht B


Sagen wir mal, wie es ist: ich habe keinen Plan, was ich da tue, aber irgendwie führt es mich zum Ziel - einem Schnitt für ein schönes Sommertop. Will heißen, ich habe ehrlich gesagt nicht viel Ahnung von Schnittkonstruktion, aber durch diverse Probemodelle, verwandel ich das Oberteil des Kleides zu einem Top und bin sehr zufrieden mit dem Resultat.

An den Schultern raffe ich das Top, die Schleifen sind also reine Zierde.


Es ist mir unter den Armen etwas eng geraten, aber ich werde sicherlich noch ein paar Versionen nähen, bei denen ich den Fehler beheben kann. Die Streifen sind der Kracher und passen so schön zu den Giraffen.


Beim Rock greife ich den Streifenstoff wieder auf und verwende einen selbstbezogenenen Knopf.


Ich finde, es ist ein schönes Sommeroutfit geworden, aber auch einzeln sehen Rock und Top gut aus (also natürlich entsprechend mit einem anderen Unter-/Oberteil dazu :-D )






Mittwoch, 3. August 2016

das perfekte Accessoire


Wenn man sich Modezeitschriften aus den 1940er oder 50er Jahren anschaut, springt einem sofort ins Auge, dass die Accessoires früher immer perfekt abgestimmt waren. Dazu zählt natürlich auch der Gürtel. Oft war er farblich passend oder aber im gleichen Stoff wie das Kleid gearbeitet. Natürlich kann man mit Gürtelschnallen arbeiten, die von der Farbe her passen, aber das i-Tüpfelchen ist doch immer eine im gleichen Stoff bezogene Gürtelschnalle.
Dies scheint damals auch Gang und Gäbe gewesen zu sein, heute findet man hier in Deutschland schwer bis gar nicht selbst beziehbare Gürtelschnallen. 
Um so glücklicher bin ich, dass ich für Poppy Ray eine Firma aufgetan habe, die die Schnallen zum selbst beziehen anbietet. Ich habe einige für den Shop geordert und muss sie natürlich auch gleich selbst ausprobieren.

Hier ist ein kleines Tutorial für euch!

in dem Paket der Gürtelschnalle sind enthalten:
  • Vorderteil
  • Rückteil
  • Dorn
  • Schablone bestehend aus doppelseitig klebender Folie, die zur Fixierung an der Schnalle dient
das benötigt ihr außerdem:

  • Stoff - ein kleiner Rest für die Schnalle, einmal in der Länge des Gürtels und  2x Breite des Gürtels + 1cm Nahtzugabe (messt am besten an einem Gürtel, der euch gut passt, er muss ja länger sein, als eure Taillenweite)
  • feste Einlage in der Länge x Breite des Gürtels
  • Ösen (entweder in silber oder farblich passend zum Stoff)

Mein Gürtel wird ein Scottiegürtel, passend zu einem Oberteil, das ich genäht habe.



Ich beginne mit der Schnalle. Die Schablone besteht aus doppelseitig klebender Folie. Zunächst entferne ich auf einer Seite das Papier.

 



Ich klebe die Schablone auf das Stoffstück und schneide ringsherum aus.

 


Das Kreuz in der Mitte schneide ich aus, außerdem schneide ich an den vorgegeben Schlitzen den Stoff ein.



Das 2. Schutzpapier wird entfernt und so positioniere das Vorderteil der Schnalle auf der klebenden Folie.



Ein guter Tip ist, den Stoff an den Kanten einzuschneiden. Denn nun wird der Stoff ringsherum umgeklappt. Man kann auch ruhig etwas an den Ecken wegschneiden, denn sonst ragt das Rückteil etwas heraus.

 
Wenn man möchte, kann man etwas Kleber auf das Rückteil geben, aber bei mir hält es auch so bombenfest. Ich drücke es einfach in des Vorderteil herein.



Den Dorn bringe ich mit Hilfe einer Zange an. Dabei muss man wirklich vorsichtig sein, damit man den mittleren Steg nicht zerdrückt.



Nun widme ich mich dem Gürtel. Ich habe eine Taillenweite von 80cm, für den Gürtel nehme ich einmal die Stoffbreite von 110cm. Das Innere der Schnalle gibt ja die Breite des Gürtels vor, in dem Fall ca. 1,8cm, wobei ich ihn im Nachhinein eher 1,6cm hätte nehmen sollen, denn der Gürtel benötigt noch etwas Spiel.

Ich habe nun also einen Stoffstreifen mit den Maßen 110 x 4,6cm und einen Streifen Einlage mit den Maßen 109 x 1,8cm. 
Den Stoffstreifen falte ich einmal mittig und bügel ihn gut.

Ich möchte, dass mein Gürtel mit einer Spitze endet, also schneide ich die Einlage entsprechend zurecht und bügel sie auf.

Die Spitze nähe ich rechts auf rechts fest und stülpe sie dann um.


 Die Nahtzugabe bügel ich an der Kante der Einlage um und genauso mache ich es auf der Seite ohne Einlage, so dass beide Teile miteinander abschließen.


Den Gürtel steppe ich einmal ringsherum ab. Am dem Ende, das an der Schnalle befestigt wird, bringe ich ein Knopfloch an, damit dort der Dorn durchgesteckt werden kann.
 
Das Ende klappe ich um und nähe es per Hand fest, damit man die Stiche von vorne nicht sieht.


Zum Schluss bringe ich noch Ösen an. Dabei orientiere ich mich wieder an einem gut sitzenden Gürtel.

Und schon ist er fertig!